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Baublock Schallmoos, Salzburg

Die städtebauliche Vision für den Aufgabenbereich Vogelweiderstraße-Gnigler Straße-Bayerhamerstraße-Breitenfelderstraße ist eine von den Leitvorgaben unabhängige städtebauliche Idee, die nur in Teilbereichen eine Übereinstimmung mit den Leitvorgaben hat. Diese Vision ist das Ergebnis einer freien Meinungsformulierung über den Standort Schallmoos und ist als solche zu betrachten. Da Boden bzw. Baugrund im städtischen Bereich der Stadt Salzburg eingeschränkt verfügbar sind, wurde von uns eine Verdichtung der Struktur vorgeschlagen, die das Maß der Leitvorgaben weit übersteigt und dadurch als Vision zu betrachten ist.

 

 

Dieser Block ist Initialfunke für die Bebauung von Schallmoos und sollte bei Erfolg des Projektes eine Weiterführung für den Gesamtbereich West sein.

Über den gesamten Block: zweigeschossige Sockelverbauung für Gewerbe, Kultur und Freizeit mit Schlucht und Platz für Fuß und Rad (Grünlunge)

 

 

 

 

...das Kriterium seines Lebens... Letzten Endes gilt man nur wegen des Wesentlichen, und wenn man das nicht hat, ist das Leben vertan."

                                                            C.G. Jung


 Die Stadtlandschaft:

Die Qualität modernen Stadtlebens ist ein geselliges Mit- Für- und Untereinander der dort lebenden Menschen. Eine Stadt ist lebenswert wenn sich die Menschen mit ihrem Lebensraum indentifizieren. Die Indentifizierung wiederum ist das Individuelle. Das Individuelle ist das für das ein Mensch gilt. Hat er das nicht, lebt er in unpersönlichen Wohnsilos, anonym und ohne weiterer Bedeutung und hat er nicht die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung, hat er nichts wesenliches, ist das der erste Schritt zu einem vertanem Leben, zu Depression, Drogen, Kriminalität und Abstieg. Die Wut eines derart schlechtweg gekommenen muß sich irgendwo entladen, und oft ist es die Zerstörung des eigenem Umfeldes. Die Trennung der sich störenden Funktionen Wohnen - Arbeit - Verkehr führt zu sterielen monofunktionalen Stadtteilen ohne eigentliches städtisches Leben.


Eine funktionierende Stadt lebt durch persönliche Mitverantwortung und individueller Entfaltung. Die daraus resultierende Wertigkeit macht den Erhalt einer Stadt soziologisch und ökonomisch einfacher und günstiger. (Weniger Instandsetzungsmaßnamen, weniger Sicherheitspersonal, weniger Sozialmaßnamen.)


Heute versteht man die Stadt weniger als zu planende Form sondern mehr als Prozess, in dem die Stadtplanung als koordinierendes Medium zu wirken hat. Nicht das architektonische Großprojekt aus einem Guß ist das Ziel, mehr das Kleinteilige, Vielfältige und Unterschiedliche. Das ist dann die Aufgabe vieler Architekten, Menschen und Vorstellungen. Es vermittelt die Individualität des Einzelnen, seiner sozialen und ästhetischen Ansprüche, seines Selbst - kurz: seines wesentlichen. Insgesamt ist es eine Summe allzumenschlicher Utopien. Ohne diese  hat keine Stadt Seele. Diese Utopien zu organisieren und in Bahnen zu lenken ist Aufgabe der Stadtplanung. Es ist dies das Finden eines Gleichgewichts zwischen wünschenswerten und erforderlichen. Freizeit und Beruf, Verkehr und sozialem Miteinander.


Stadtplanung ist die Mitarbeit und Mitverantwortung vieler Partnern. Architekten - Künstler - Philosophen - Landschaftsseher -Gesellschaftsutopisten - Verkehrsstategen - Visionäre - Beseeler.
Das eigentlich utopische Element einer erfolgreichen Stadtplanung ist die Ermöglichung und Verpflichtung  der Politik und der Verantwortung der Bevölkerung gegenüber der Stadt zu sehen.

 

 

 

Entlang wichtiger Einfahrtsstraßen gelegen, prägt dieser Stadtteil den ersten Eindruck von der Stadt

BAUBLOCK SCHALLMOOS

Das zu behandelnde Gebiet besteht größtenteils aus Gewerbebauten die vielleicht mit Ausnahme von einzelnen Gebäuden keine architektonische aber auch keine städtebauliche Qualität aufweisen. die Wohnbauten (meistens Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser ) sind Nachkriegsmodelle mit dementsprechenden Qualität  (technisch sowie architektonisch ). Ein Großteil der Grundfläche ist versiegelt und entspricht einem Vorortegewerbegebiet der Nachkriegszeit. Insgesamt kann man von einem devastierten Gebiet sprechen, wo die Möglichkeit  besteht gesamträumlich eine städtebauliche Vision zu entwickeln die nicht nur für den Stadtteil Schallmoos, und deren Bewohner und Eigentümer von Liegenschaften ein neues Hoffnugsgebiet darstellt, sondern auch beispielgebend für die weitere Entwicklung von Schallmoos sein kann.  Es wäre zu wünschen wenn die Eigentümer des zu bearbeitenden Gebietes, die Chance wahrnehmen würden ein zukunftsorientiertes Quartier für Menschen zu realisieren und aus dem potential der vision neue Lebensqualität zu erfahren. (BESEELUNG ) Wohnen  -  Arbeiten  -  Verkehrsberuhigung  -  Grünanlage  -  Fuß und Radwegverbindungen etc. Eine neue Qualität urbanen Lebens soll entstehen das dem Menschen die Hoffnung gibt für die Zukunft die richtigen Schritte gewählt zu haben weil er in der Gegenwart seiner Verantwortung gerecht geworden ist.

 


Ein Fuß- und Radweg durch das Quartier mit der Anbindung und Weiterführung zum Stadtplatz inklusive ( Gasthaus - Kirche - Garten ) bis zur Ecke Gniglerstraße - Bayerhamerstraße und auf der anderen Seite in die Breitenfelderstraße mit Einbindung in die städtische Begegnungszone und in die Pelikanstraße bis zum Lechnerpark soll das Grünkonzept ergänzen. In der Bayerhamerstraße soll die Baumpflanzung über die gesamte Länge des Quartiers ergänzt werden.  Auch in der Breitenfelderstraße soll zur Erhöhung der Wohnqualität eine Bepflanzung erfolgen die, die städtische Begegnugszone einbindet.  Vom Quartiersplatz ist auch ein Durchstich zu Gniglerstraße vorgesehen ( Fuß- u. Radweg ). Diese Grünlunge des Blocks erhöht die Wohnqualität, säubert die luft  und ist auch Teil der Schallreduktion in diesem Bereich. Vorgesehen sind auch begrünte Dachflächen um das Klima zu optimieren.  Urban Gardening  zur labung der sinne - und zur ernährung des geistes.

Das Dach des Sockelgebäudes ist Grünfläche für die Bewohner des Blocks und Freizeitzone der Menschen im Quartier.

 

 Die Denkstrukturen haben ausgedient

 

 

Die alten Denkstrukturen – etwa das Leitbild der europäischen Stadt mit einem Zentrum als Bezugspunkt oder die klassische Büroimmobilie mit Monofunktion entsprechen der heutigen Lebenswelt nicht mehr. Lebensbereiche wie Wohnen und Arbeiten oder Arbeiten und Begegnung vermischen sich immer mehr – man denke nur an die digitalen Wanderarbeiter, die von ihren Laptops in den Cafes sitzen. Diese Entwicklung wird nicht aufzuhalten sein, und schon haben Immobilienforscher den Trend zur „Fourth-Place-Immobilie“ ausgerufen: multifunktionales Gebäude, in denen sich Wohnen, Arbeiten und Begegnung vermischen.

 

Die Rede ist auch von einem „Trend zur Quartiersbildung“ und davon, dass die neuen Stadtquartiere „verdichtet, urban, sozial durchmischt, bezahlbar und nachhaltig“ sein sollen.

 

 Was den Wohnraum angeht, so soll sich dieser in einem lebendigen Stadtviertel mit einer Mischung aus sogenannten Wohnfolge-Einrichtungen befinden. Eine Infrastruktur aus Schulen, Kindergärten und kleinteiligen Gewerbeeinheiten, die im Wesentlichen aus Büros, Einzelhandel und Gesundheitsdienstleistungen bestehen. Das entscheidende Kriterium ist, dass die wichtigsten Versorgungseinrichtung fußläufig erreichbar sind – mehr als 400 Meter wollen die Bewohner nicht zum nächsten Supermarkt oder zum Hausarzt laufen wollen.

 

 Christina Haberlik